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Was
ist Akupunktur, und wie wirkt sie? Die
Akupunktur ist eine ganzheitliche Heilmethode und ist ein Bestandteil der
traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Durch Einstechen von Nadeln in
bestimmte Punkte kann die Lebensenergie „Qi“ reguliert und Einfluss auf Körperfunktionen
genommen werden.
Etwa 5000 Jahre alte Funde zeigen, dass schon damals Punkte mit spitzen
Knochen, Steinen und Bambusspitzen gezielt gestochen wurden. Sogar in Europa war
die Akupunktur bekannt, wie der 5000 Jahre alte Fund im Gletschereis des Mannes
„Ötzi“ belegt, der eintätowierte Akupunkturpunkte aufwies.
Das Wort „Akupunktur“ kommt aus dem Lateinischen von acus = Nadel und
pungere = stechen. Wissenschaftlich werden die Wirkungsweise und die seit
Jahrhunderten überlieferten Akupunkturpunkte heute nachgewiesen. An vielen der
bekannten Akupunkturpunkte ist der Hautwiderstand erniedrigt, und es finden sich
Nervenaustrittsstellen durch Unterhaut oder Faszien. Die Punkte sind oft als
kleine Dellen fühlbar. Grundlage
der chinesischen Medizin ist „Qi“, die Lebensenergie, die durch den Körper
eines Lebewesens fließt. Qi wird ständig verbraucht und wieder neu gebildet.
Es gibt 5 Hauptformen: Nahrungsenergie,
Atmungsenergie, organspezifische Energie aus Nahrungs- und Atmungsenergie,
Abwehrenergie und die Erbenergie. Die
Erbenergie ist angeboren und bestimmt die Vitalität eines Lebewesens. Sie kann
als einzige nicht erneuert werden. Der
ungestörte Fluss von Qi ist zur Gesundheit eines Lebewesens wichtig. Treten
Blockierungen auf, kann es zu einem Ungleichgewicht und zu Krankheiten kommen. Qi
fließt nach der TCM auf Bahnen, den „Meridianen“, durch den Körper. Es
gibt 12 Hauptmeridiane, die je eine Verbindung zu einem Körperorgan haben. Nach
diesem Organ sind sie benannt. So gibt es z.B. den Blasenmeridian oder den
Lebermeridian. Diese Leitbahnen sind paarig vorhanden, d.h. sie sind auf jeder Körperhälfte
gleich. Sie laufen über den ganzen Körper und entlang der Beine, 6 verlaufen
an den Vorderbeinen, 6 entlang der Hinterbeine. Außerdem gibt es noch
Sondermeridiane, die nicht paarig vorhanden sind. Die
12 Hauptleitbahnen sind in sechs „Yin“- und sechs „Yang“-Meridiane
aufgeteilt. „Yin“ und „Yang“ sind gegensätzlich und sollten im
Gleichgewicht sein. „Yin“ steht für das Dunkle, die Leere und die Kälte,
„Yang“ für das Helle, die Fülle und die Hitze. Das eine kann ohne das
andere nicht existieren. Yang-Meridiane sind den Hohlorganen wie Darm, Magen und
Blase zugeordnet, Yin-Meridiane den Speicherorganen wie Leber und Niere. Zur
Stellung der Diagnose sind in der chinesischen Medizin weitere Leitkriterien
wichtig: Ein
Lebewesen kann im Zustand der „Fülle“ oder der „Leere“ sein. Energiefülle
kann zu Hyperreaktionen führen, Energieleere entspricht eher einem Zustand von
„alle“, erschöpft. „Hitze“
und „Kälte“ sind ebenfalls wichtig: Hitze äußert sich z.B. in Fieber oder
in einem Sonnenstich, Kälte in einem Frösteln oder in ständig kalten Füßen. „Innen“
und „außen“ sind weitere Zustandsformen. Mit innen wird ein tief im Körper
sitzendes, oft auch chronisches Leiden bezeichnet, unter außen versteht man
eine (noch) nicht tief in den Körper eingedrungene Krankheit. Äußere
Einflüsse wie z.B. Wind, Hitze, Kälte, Trockenheit und Feuchtigkeit können
eine Krankheit beeinflussen oder sogar auslösen. Innere Faktoren wie z.B. Ärger,
Sorge und Angst nehmen ebenfalls großen Einfluss. Bei
der Untersuchung des Tieres werden u.a. verschiedene Meridiane und Punkte
abgetastet, um Druckempfindlichkeiten und Blockierungen zu erkennen. Der Puls
wird gefühlt und die Beschaffenheit der Schleimhäute festgestellt.
Informationen über das Tier und die Vorgeschichte sind ebenfalls wichtig, um
eine Diagnose nach der östlichen Medizin zu stellen und um Punkte zur
Akupunktur auszuwählen. Durch
die Nadelung der Akupunkturpunkte kann Einfluss auf die Lebensenergie Qi
genommen werden. Der Energiefluss wird verbessert, Blockierungen werden gelöst.
Bei zu viel Energie beruhigen Sedierungspunkte, bei zu wenig Energie regen
Tonisierungspunkte an. Durch eine Akupunkturbehandlung wird das Immunsystem gestärkt,
Körperfunktionen werden reguliert und Schmerzen gelindert, Körper und Psyche
werden positiv beeinflusst. Es gibt verschiedene Akupunkturmethoden. Bei Pferden wende ich die Einnadeltechnik von Dr. Christian Torp aus Felde bei Kiel an.
Anwendungsgebiete
der Akupunktur bei Pferden: -
Rückenprobleme
und Verspannungen -
Unklare
und wechselnde Lahmheiten -
Taktfehler -
Leistungsminderung -
Widersetzlichkeit
beim Satteln und Reiten -
Atemwegserkrankungen
wie chronische Bronchitis -
Funktionelle
Störungen -
Gesundheitsprophylaxe -
Ergänzende
Behandlung zur Schulmedizin Anwendungsgebiete
der Akupunktur bei Hunden: - Rückenschmerzen -
Unklare
Lahmheiten und Passgang -
Veränderte
Körperhaltung -
Leistungsminderung -
Weniger
Lust am Laufen und Schmerzen bei Bewegung -
Funktionelle
Störungen -
Ergänzende
Behandlung zur Schulmedizin
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